NOCH MEHR PECH ALS 2022: BELGIEN-STAR LUKAKU HADERT NICHT NUR MIT DEM VAR

Was für ein verrücktes Spiel von Romelu Lukaku bei Belgiens Niederlage gegen die Slowakei. Zuerst ist es Unvermögen, dann kommt auch noch Pech dazu.

Erst schlägt er sich die Hände vors Gesicht. Dann rauft er sich die nicht vorhandenen Haare. Romelu Lukaku (31) ist am Montag mehr als einmal fassungslos. Dreimal kommt er im EM-Startspiel der Belgier gegen die Slowakei in beste Abschlusssituationen – dreimal vergibt der 1,90-m-Sturmtank. Und steht so im Zentrum der Startpleite der Roten Teufel gegen den Aussenseiter. 

Die nackten Zahlen zum Auftritt von Lukaku, der mit 85 Toren in 116 Länderspielen eigentlich bewiesen hat, dass er weiss, wo das Tor steht, sprechen eine deutliche Sprache. Einen Wert von 0,82 gibt die Expected-Goals-Statistik am Ende an – so viel wie sich im bisherigen Turnierverlauf nur Kai Havertz (25) im Eröffnungsspiel (0,93) erarbeitet hat. Im Gegensatz zum Deutschen braucht Lukaku dafür keinen Penalty. 

Hinzukommt das VAR-Pech

Neben den vergebenen Möglichkeiten trifft Lukaku nach einer guten Stunde tatsächlich, doch der Videoschiedsrichter entscheidet auf Abseits – eine Zentimeterentscheidung. Möglich sogar, dass der Ball auch ohne Lukakus Eingreifen ins Netz gekullert wäre.

Belgien steckt auch im Anschluss nicht auf und Lukaku trifft fünf Minuten vor Schluss erneut. Dieses Mal entdecken die Unparteiischen auf dem Video ein Handspiel von Openda im Vorfeld – Lukaku, der für einmal sehr souverän verwandelt, trifft diesmal gar keine Schuld. Es ist wie verhext! 

Trainer stellt sich hinter ihn

Das zeigen auch die Daten. Bisher wurden an Europa- und Weltmeisterschaften noch nie zwei Tore eines Spielers vom VAR zurückgenommen. Einen höheren xG-Wert erreichte in der ersten Turnierrunde nur der Deutsche Kai Havertz (0,93), wovon aber 0,79 auf einen Penalty fallen. Die siegreichen Slowaken kommen indes als gesamtes Team nur auf 0,6 Expected Goals. 

Lukaku äussert sich nach dem enttäuschenden Startspiel nicht vor dem Mikrofon. Sein deutscher Trainer Domenico Tedesco (38) nimmt seinen Schützling allerdings in Schutz: «Rom weiss, wie man Tore schiesst, das hat er oft genug gezeigt. Er erzielte ja auch Tore, nur wurden sie nicht anerkannt. Er ist und bleibt ein Topspieler.» 

Parallelen zu 2022

Lukaku und grosse Turniere? Da war doch was! Genau: Am 1. Dezember 2022 standen sich Belgien und Kroatien im letzten WM-Gruppenspiel in Katar gegenüber. Während den Kroaten ein Unentschieden für das Weiterkommen reichte, hätten die Belgier einen Sieg gebraucht.

Zu Spielbeginn sass Lukaku noch auf der Ersatzbank. In der Pause kam der bullige Mittelstürmer in die Partie, die noch immer 0:0 stand. Was danach passierte, ist aus Sicht des belgischen Rekordtorschützen an Dramatik kaum zu übertreffen. Zwar spielte das Team – auch dank Lukaku – viel besser als in Halbzeit eins, doch versiebte dieser vier Grosschancen – Pfostentreffer und zwei verstolperte Bälle im Fünf-Meter-Raum inklusive.

Die Expected-Goals-Statistik gibt einen unglaublichen Wert von 1,73 an – in 45 Minuten Spielzeit. Es blieb beim 0:0, Belgien schied in der Gruppenphase aus. Das soll dem Tedesco-Team dieses Jahr auf keinen Fall passieren. In den verbleibenden Gruppenspielen gegen Rumänien und die Ukraine braucht es also Tore – auch von Lukaku, wenn es irgendwie geht.

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