«DER GEWINNER HEISST MURAT YAKIN»: SO REAGIEREN DIE MEDIEN AUF DEN UNGARN-TRIUMPH

Die Schweiz überzeugt beim WM-Start, der Auftakt wird zum grossen Befreiungsschlag von Murat Yakin. Die Schweizer Medien sparen nicht mit Lob, in Ungarn herrscht Ernüchterung. Die Reaktionen im Überblick.

Was wurde er gescholten, in Zweifel gezogen, infrage gestellt: Murat Yakin dürfte definitiv nicht mit dem besten Gefühl in die EM-Kampagne gestartet sein, sofern er nicht die seltene Gabe besitzt, sämtliche Kritik an sich abprallen zu lassen. Auch eine repräsentative watson-Umfrage kurz vor Euro-Start stellte dem Nati-Coach ein mieses Zeugnis aus und seine Eignung für das Amt, das er innehat, infrage.

Ist Yakin der richtige Trainer für die Nati? Die Schweiz hat eine klare Meinung

Doch der Basler liess sich nicht beirren und bewies im Auftaktspiel gegen Ungarn ein absolut goldenes Händchen. Was immer Murat Yakin vor und während dieser Partie tat – es war genau das Richtige.

Dieser Meinung sind unisono auch die Schweizer Medien, die insbesondere Yakins Leistung würdigen. In internationalen Medien wird auch gewürdigt – allerdings eher die Leistung der gesamten Mannschaft, die «ein schwaches Ungarn locker schlägt», so der Tenor.

Zur watson-Analyse:

Yakin zaubert keine Asse aus dem Ärmel, sondern Puur und Nell

Die weiteren Reaktionen von Medien aus aller Welt, inklusive Ungarn, findest du nachstehend:

Schweiz

«Blick»

«Ein Sieg für Murat Yakin.»

«Kein Aber! Diesen Sieg gilt es zu geniessen – und zu würdigen. Die Zweifel an der Nati während der Vorbereitung? Vergessen! Weil Fussball bei allen Diskussionen am Stammtisch und in Expertenrunden vor allem eines ist: eine Momentaufnahme. Im Moment, als es in Köln gegen Ungarn zählte, war diese Mannschaft bereit. Zu hundert Prozent.»

SRF

«Yakins Idee und Embolo-Comeback sorgen für den perfekten EM-Start.»

«Mit seinen Wechseln schaffte Yakin tatsächlich, dass sich die Nati wieder fing. In der Schlussphase verpasste man das erlösende 3:1 durch einen Kopfball von Xhaka und einen Sturmlauf von Joker Fabian Rieder zunächst. Dann sorgte Embolo nach einem Fehler von Willi Orban doch noch für das Endresultat und einen perfekten EM-Auftakt.»

NZZ

«Yakins überraschende Rochade geht auf: Ein Trio trifft beim aussergewöhnlichen Schweizer EM-Auftakt.»

«Der Schweiz gelingt mit einem 3:1 gegen Ungarn der Auftakt in die Fussball-EM 2024. Die unerwarteten personellen Entscheidungen des Nationaltrainers Murat Yakin erweisen sich als richtig.»«Yakins unerwartete Massnahmen erwiesen sich in der ersten Halbzeit als ausgesprochen gelungen. Es war eine bemerkenswert starke Darbietung seines Teams, das spielerisch überlegen auftrat und mit Passsicherheit und Geduld überzeugte. Das teilweise inferiore Ungarn lief Ball und Gegner hinterher und leistete sich Aussetzer.»​

«La Liberté»

«Die Schweiz vertreibt ihre Geister aus Köln.»

«Murat Yakin, absolutes Genie oder eingefleischter Gambler? (...) In der Pause war die Antwort auf diese Frage klar. Der unerwartete Pokerzug von Murat Yakin hatte alle Erwartungen übertroffen. Wir müssen aber natürlich auch die Effizienz der beiden Torschützen in dieser erfreulichen ersten Halbzeit loben. Und wir sollten auch die Leistungen von Fabian Schär, Manuel Akanji, Ricardo Rodriguez und Granit Xhaka würdigen. Die Führungskräfte des Teams reagierten, wenn es nötig war.»

«Corriere del Ticino»

«Wunderbar, die Schweiz schafft einen überraschenden Auftakt.»

«Die Mannschaft von Murat Yakin hatte gegen Ungarn zwei unerwartete Helden: Duah und Aebischer. (...) Die Schweiz glänzte in vielerlei Hinsicht. Von der Einstellung bis zu den Ideen. Ganz zu schweigen von der Effektivität vor dem Tor, die am Vorabend des Spiels noch für Unbehagen sorgte.»

«Tagesanzeiger»

«Und der Gewinner heisst Murat Yakin.»

«Der Schweiz gelingt vor fantastischer Kulisse im Kölner Stadion eine erste Halbzeit, die alle Zweifel der letzten Tage, Wochen und Monate wegwischt. Und die noch einen schönen Nebeneffekt hat: Die ersten drei Punkte sind bereits ein mächtiger Schritt, um das Minimalziel an diesem Turnier zu erreichen – die Achtelfinals.»

Ungarn

«Blikk»

«Obwohl es nach der Pause besser wurde, startete die ungarische Nationalmannschaft mit einer Niederlage in die Europameisterschaft.»

«Wenn wir ganz ehrlich sein wollen: Basierend auf dem, was wir in der ersten Halbzeit gesehen haben, gab es einen grossen Unterschied zwischen den beiden Nationalmannschaften, aber dieser lag – ohne die Verdienste des Rivalen zu schmälern – hauptsächlich daran, dass unsere Mannschaft weit unter ihren Fähigkeiten gespielt hat.»

«Nepszava»

«Die erste Halbzeit lief nicht wie geplant – und dann machte Willi Orban am Ende einen grossen Fehler.»

«In der ersten Halbzeit spielten die Schweizer deutlich besser, es gab Phasen, in denen die ungarischen Spieler mehrere Minuten lang nicht an den Ball kamen.» (...) «In der zweiten Halbzeit spielte die ungarische Mannschaft aggressiver, übernahm ab der 60. Minute die Kontrolle und verkürzte den Unterschied durch Vargas Tor in der 66. Minute auf 2:1.»

International

«Sportbild», Deutschland

«Traumtor und Traumstart: Die Schweiz schlenzt sich zum Sieg.»

«Vor diesen Ungarn müssen wir keine Angst haben! In der Deutschland-Gruppe bezwingt die Schweiz über weite Strecken enttäuschende Ungarn mit 3:1.»

«Marca», Spanien

«Aebischer führt die Schweiz zum Sieg.»

«Die Schweizer, die trotz der Verbesserung Ungarns nach der Pause überlegen waren, demonstrierten zusammen mit Deutschland ihre Position als Gruppenfavorit. Sie schlugen die Magyaren, angeführt von Aebischer, der in der ersten Halbzeit eine Fussballlektion darüber gab, wie man ein Spiel entscheidet. Mit einem Assist beim ersten Tor und dem zweiten, das er selbst erzielte, drückte er der Partie den Stempel auf.»

Die Marca wies zudem auf einen interessanten historischen Fakt zum letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams an einem Grossanlass hin:

«86 Jahre später nahm die Schweiz ‹Revanche› für die Niederlage der letzten Konfrontation zwischen beiden Mannschaften in der Endphase der Weltmeisterschaft 1938. Damals siegten die Ungarn mit 2:0.»

«L'Équipe», Frankreich

«Die Schweiz dominiert Ungarn im zweiten Spiel der EM 2024.»

«Der Erfolg der Nati trägt die Handschrift ihres Trainers Murat Yakin. Er wurde in der Schweiz oft kritisiert und überraschte alle, indem er Kwadwo Duah, den 27-jährigen Stürmer von Ludorogets (Bulgarien), in die Spitze des Angriffs beorderte.Eine Wette, die sich auszahlte, denn Duah erzielte schnell sein erstes Tor im Schweizer Trikot, indem er Peter Gulacsi nach einem tollen Pass von Michel Aebischer in die Schnittstelle der ungarischen Abwehr zu verladen vermochte.»

(con)

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