NACH TOD VON RAD-ASS: AUGENZEUGE SPRICHT NACH TRAGöDIE

Rad-Rennfahrer André Drege verstarb bei der Österreich-Rundfahrt. Diese wurde nun mit einer Gedenkfahrt beendet. Augenzeuge Jaka Primozic äusserte sich zum Unfall.

Bei der zweitletzten Etappe der Österreich-Rundfahrt stürzte André Drege so schwer, dass er seinen Verletzungen erlag. Der 25-Jährige kam bei der Abfahrt vom Grossglockner zu Fall und wurde bewusstlos liegend an der Strasse gefunden. Reanimationsmassnahmen blieben erfolglos.

Wie die norwegische Zeitung VG nun berichtete, hatte der Norweger Mühe mit dem Hinterrad. Das bestätigte Jaka Primozic, der Slowene ist der einzige Augenzeuge des tragischen Unfalls. «Jaka sah, dass das Hinterrad von Dreges Fahrrad Probleme hatte. Das habe ihm Probleme bereitet», sagt Polizist Andreas Lindner vom Polizeirevier Heiligenblut in Österreich.

Augenzeuge meldet sich auf Instagram

Der Reifen am Hinterrad solle sich gelöst haben und dann sei Drege kurz später gestürzt, erklärte Lindner weiter. Dann müssten die Radfahrer eine Geschwindigkeit zwischen 80 und 100 Stundenkilometern gehabt haben, soll Primozic der Polizei gesagt haben.

Auf Instagram meldete sich der 25-Jährige. Als einziger Augenzeuge kann ich nicht erklären, wie sehr ich am Boden zerstört bin. Niemand trägt Schuld bei diesem Unfall. Ich würde alles geben, um etwas zu ändern, dass der Unfall nicht passieren würde», schrieb er unter ein Bild von Drege. Um dem Verstorbenen zu Gedenken, wurde die Tour mit einer Kondolenzfahrt beendet.

Gedenkfahrt auf Wunsch von Dreges' Vater

Vor dem symbolischen Start in Kufstein wurde eine Trauerminute abgehalten, die Teammitglieder des Norwegers fuhren mit dessen Startnummer am Rad unter Beifall als Erste los. Danach ging es zunächst in den Begleitfahrzeugen nach Tulfes, von wo aus die Gedenkfahrt über zehn Kilometer nach Innsbruck-Igls führte.

Tour-Direktor Thomas Pupp hielt vor Dreges Teamkollegen und Betreuern eine Trauerrede. Nicht nur dabei flossen viele Tränen. «Unser gesamtes Team ist erschüttert über diesen tragischen Unfall und unsere Gedanken und Gebete sind bei Andrés Familie, seinen Angehörigen und seinem Team Coop-Repsol in dieser unglaublich schweren Zeit», sagte Pupp. Die Gedenkfahrt sei der ausdrückliche Wunsch von Dreges' Vater, seinen Teamkollegen und seinem gesamten Team gewesen.

Grosse Trauer im Radzirkus

Auch bei der gleichzeitig stattfindenden Tour de France löste die Nachricht des Todesfalls grosse Trauer aus. Landsmann Alexander Kristoff sprach von «sehr schlimmen Nachrichten». Und fügte an: «Ich kannte ihn ein bisschen, war in der Nationalmannschaft mit ihm. Er war ein guter Typ». Besonders traurig: Gemäss dem norwegischen Radsportmagazin «Landevei», sollte Dreger ab dem nächsten Jahr Teil des Tour-de-France-Teams Jayco Alula werden.

Radstar Tadej Pogacar nannte den Vorfall einen «Schock». Und meinte: «Es ist schwer zu verarbeiten, was passiert ist. Das ist sehr traurig zu hören», sagte Pogacar und fügte hinzu: «Wir haben einen coolen Job, aber in den meisten Fällen ist er sehr gefährlich. In der Radsport-Welt müssen wir wirklich aufeinander achten und aufeinander aufpassen.»

Vor rund einem Jahr kam es bei der Tour de Suisse zu einem tödlichen Zwischenfall. Der Schweizer Radprofi Gino Mäder stürzte bei der fünften Etappe und verstarb kurz später im Spital.

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