WENIGE STUNDEN NACH WECHSEL ZU JUVE: DER «LEHMANN-EFFEKT» ZEIGT SICH BEREITS

Seit Samstag ist nun klar: Alisha Lehmann wechselt von Aston Villa zu Juventus Turin. Sie folgt damit ihrem Freund Douglas Luiz, dessen Wechsel eine knappe Woche zuvor verkündet worden war. 50'050'000 Euro liess sich Juve das Fussball-Paar kosten. 50 Millionen für Luiz, 50'000 für Lehmann.

«Ein neues Kapitel, ich könnte nicht glücklicher sein», zeigte sich Lehmann auf Social Media begeistert. Sie sei etwas nervös gewesen, als sie in Turin angekommen sei, sagte sie nach ihrer Vertragsunterschrift. «Aber für Douglas und mich ist es ein Traum, im selben Verein zu spielen.» Die Schweizerin und der Brasilianer hatten sich während ihrer gemeinsamen Zeit in Birmingham kennengelernt und wurden dort ein Paar.

Weiter zeigte sich Lehmann überzeugt, Juve verstärken zu können. «Ich habe in England viel gelernt und mich entwickelt», sagt sie. «Ich denke, dass ich diese Erfahrungen auch bei Juve einbringen kann.»

In Italien sind die Meldungen derweil schnell gemacht: Bei der Lehmann-Verpflichtung sind die sportlichen Leistungen nur Nebensache. «Sie ist sicher eine gute Spielerin, aber nicht eine, die den Unterschied ausmachen kann», so die bekannte italienische Trainerin Carolina Morace gegenüber «Tuttosport». «Den hat sie weder bei Aston Villa noch im Nationalteam gemacht», erklärt sie.

Tatsächlich zeigt auch ein Blick auf das Kader Juves, dass Lehmann auf ihrer Position auf starke interne Konkurrenz trifft. In der Sturmspitze ist da etwa Cristiana Girelli, beste Torschützin der italienischen Nationalmannschaft, oder die Französin Lindsey Thomas. Und auf den Flügeln überzeugten letzte Saison die wirblige Lineth Beerensteyn sowie Sofia Cantora, die gleich alt wie Lehmann ist und ähnliche Stärken mitbringt.

Doch Lehmann bringt eben nicht nur sportliche Qualitäten mit, sondern auch ein Millionenpublikum auf Social Media. «Das kann sicher die Sichtbarkeit der Liga und der ganzen Bewegung steigern», so Carolina Morace. Um dann anzufügen: «Vielleicht bin ich altmodisch, aber für mich steigen die Vorteile, wenn das Niveau des Fussballs grösser ist.»

Wie gross der «Lehmann-Effekt» ist, zeigte sich schon in den Tagen ihres Transfers. Gemäss Zahlen von «Instrack» schnellte die Anzahl Follower von Juventus Women innert drei Tagen von 453'000 auf 486'000 hoch.

Und während Wechsel in der Frauen-Liga gewöhnlicherweise nicht für die grossen Schlagzeilen sorgen, berichteten auch die grossen Sportzeitungen über Lehmanns Wechsel. Die «Gazzetta dello Sport» widmete der Schweizerin ein ausführliches Porträt und bezeichnete sie als «Königin der sozialen Medien», auch der «Corriere dello Sport» und «Tuttosport» berichteten.

Auf den sozialen Medien zirkulierte ein Bild, das Lehmanns Markenstärke weiter unterstreicht: 16,7 Millionen Follower hat die Schweizerin auf Instagram – und damit mehr als die beiden italienischen Fussball-Giganten Milan und Inter.

Während sich für Juve mit der Verpflichtung Lehmanns nicht zuletzt für den eigenen Brand neue Türen öffnen, kann der Wechsel nach Turin für die Schweizerin durchaus eine Chance sein. Während sie bei Aston Villa immer im Tabellenmittelfeld unterwegs war, spielt sie mit Juve nun um den Titel. Vergangene Saison landete das Team aus Turin auf Rang 2, von 2018 bis 2022 holte Juve fünf Titel in Serie. (dab)

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